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Reiseberichte

Dourtenga

Reiseberichte

Reisetagebuch Klaus Krebaum (Februar 2016)

Algier, den 24.1.2016
Angekommen im Hotel im alten Algier. Fünf Treppen hoch und jetzt, halb acht, machen wir den ersten Stadtbummel in frühlingshafter Luft.

Algier, den 25.1
Frühmorgens vor dem Frühstück.
Philipp ist schon vor 6 aufgestanden zu einem Gang ans Meer.
Die Stadt ist riesengroß. Vor der Landung lange über die weit ausgebreiteten Vorstädte geflogen mit Autostaus auf den Ausfallstraßen. Langer Weg vom Flughafen in die Innenstadt. Algier, die Weiße. Große Prachtbauten an der Uferstraße, die etwas heruntergekommenen Fassaden werden langsam restauriert. Die Häuser aus der Kolonialzeit an unserer Straße Didouche, mit Phantasiefassaden, wie Bilder aus einem alten Kinderbuch mit Märchen aus Tausend und einer Nacht. Das abendliche Straßenleben ohne Frauen. Dafür aber singen, tanzen und moderieren sie Talkshows im Fernsehen.
Unser Hotel stammt aus der alten Zeit, mit gekachelten Wänden in Zimmer und Treppenhaus, Marmorstufen, der Boden mit schönen Fliesen, alte Möbel.

Abends, 22.30 Uhr
Müde nach einem langen Tag und statt im Flieger immer noch in Algier.
In strahlendem Sonnenschein unter dem blausten Himmel durch die Stadt gewandert. Am Rand von Bab el Oued - Tor des Flusses - am Wasser auf harten spitzen Steinen ausgeruht. Durch verwinkelte Gassen, über steile Treppen, der Weg mal blockiert von einem zusammengefallenen Haus, durch die Kasbah geklettert. Von freundlichen Leuten wurde uns der Weg gezeigt zur großen Basilika. Weiter Rundblick über Algier und das Meer. Mit einem kleinen und einem großen Bus zurück in die Stadt gefahren.
Unser Fahrer Billel, der uns vom Flughafen in die Stadt gebracht hatte, wartete schon vor dem Hotel auf uns für die Rückfahrt zum Flughafen. Er fuhr uns noch Umwege für eine Tajine, Philipps Wunsch. Nach fürchterlichem Verkehr und vielen Staus am Flughafen angekommen, wo wir erfahren mussten, dass das Einchecken gerade beendet war. Es half alles nichts mehr, der Flieger flog ohne uns weg. Der Abflug war eine Stunde vorverlegt worden! Der nächste Flug geht erst übermorgen. Dafür dürfen wir zwei Tage in ein schönes Hotel in Bordj El Kiffan, auf halbem Weg zur Stadt. Jetzt hoffen wir nur, dass unsere Freunde in Ouagadougou noch rechtzeitig informiert wurden und nicht um Mitternacht am Flughafen stehen.

Algier, Dienstag, den 26.1.
Lange geschlafen im Hotel Adghir, einem "Grandhotel" direkt am Strand, im Sommer schön zum Baden.
Gestern bei der Fahrt mit Billel durch die Stadt zum Kunsthandwerk- und Tajineladen ging es in einem vornehmeren Viertel an Botschaften und Ministerien vorbei. Als Billel hörte, dass ich Richter war, meinte er, dass es bei uns in Deutschland wohl anders zuginge. In Algerien gewinnt den Prozess, wer mächtig und reich ist. Dem Land gehe es gut, aber Reichtum und Armut seien extrem ungleich verteilt. Wir sahen den Unterschied beim Vergleich der zerfallenden Kasbah mit den verstopften Straßen und Autobahnen. Das Land fühle sich nicht auf Touristen angewiesen, es habe ja Öl und Gas. Unser neues Hotel ist auch nicht gerade eine gute Reklame. Schön gestrichen und gekachelt, aber in unverputzten Ecken des Zimmers bröckelt der Mörtel, die Dusche fällt aus der Halterung und von den Balkons an der Vorderfront blättert die Farbe ab.

Algier, Mittwoch, 27.1.
Heute wird's wohl klappen mit dem Flug nach Ouaga.
Gestern nach dem Frühstück ohne Philipp mit Kuchenstücken, Marmelade und Honig, Schokocroissants, Kaffee und Limo spazierten wir am Strand entlang, wo Kinder tobten und Hunde in der Sonne dösten. Nach dem Mittagessen holte uns Billel zu einer unendlichen Stadttour ab. Er zeigte uns das hochaufragende Mahnmal für die Märtyrer des algerischen Befreiungskrieges. In großen unterirdischen Hallen werden dokumentarische Fotos, Panoramen und Ausstellungsstücke zu dem von 1954 bis 1962 dauernden Befreiungskampf gezeigt. Kreuz und quer ging es weiter durch die Stadt und die Vorstadt Bab el Oued, wo das Gedränge in den Straßen immer größer wurde; Schwarzmarkthändler und Drogendealer, wie Billel uns erklärte. Er erinnerte an eine große Überschwemmung. Innerhalb einer Viertelstunde schwoll der Fluss durch die Vorstadt zu einer Flutwelle an, die Autos und Menschen mit sich rissen. Hunderte kamen um, auch viele Angehörige von Billel. Dann wieder ging es durch Wohnviertel der Reichen, durch das Gesandtschaftsviertel und durch die eigene, abgesperrte Stadt des Erdölministeriums.
Schließlich wurden wir nach einem Blick in ein großes Stadion ins Haus von Billel eingeladen. Tajine mit Hähnchenkeulen und selbstgemachten dünnen Nudeln gab es. Seine Frau, die gute Köchin, arbeitet in einer deutschen Firma, die Küchen in Algerien vertreibt. Enis, der dreijährige Junge und Ranja, die neun Monate alte Tochter, hatten in der ganzen Wohnung ihre Spielsachen verteilt. Billel versuchte Philipp davon zu überzeugen, als Reiseleiter deutsche Touristen nach Algerien zu bringen. Er wisse doch so viel über Algerien und besonders über seine Fußballer. Billel selbst malte ein eher düstres Bild von den Verhältnissen in seinem Land.
Algier, vor dem Abflug.
Heute fliegt der Flieger etwas später ab, als in unserem neuen Plan angegeben. Wir werden also erst nach Mitternacht in Ouagadougou ankommen. Gut, dass die nächtliche Ausgangssperre mittlerweile aufgehoben ist. Mal sehen, ob uns jemand begrüßen wird.
Philipp hat mit seinem letzten algerischen Geld noch ein Buch gekauft, Camus "Lettres pour un ami allemand".

Ouagadougou, Donnerstag, den 28.1.2016.
In Ouaga angekommen. Charles und Félix haben uns - in Pullovern - am Flughafen abgeholt und ins von Philipp ausgesuchte Hotel Kavana gebracht. Ein staubiger und dunstiger Morgen. Der Flieger war übrigens fast leer. Heute müssen unsere Pläne gemacht und auch umgestellt werden. Charles und Félix kamen um zehn Uhr und halfen dann beim Geldtausch in einer katholischen Einrichtung, wo eine Schwester von Félix als Generalsekretärin arbeitet. Mme. Abga Napon kam ins Hotel zu einem ausführlichen Gespräch über das Kinder- und Mädchenprojekt. Sie hat Berichte und Belege mitgebracht. Das Projekt Sensibilisierung von Lycée-Mädchen und deren Eltern für die Fragen von Verhütung und Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten wird vorbereitet.

Ouaga, Freitag, 29.1.
Gestern Abend besuchte uns Ousséni und hörte sich meinen Auftrag an und vereinbarte mit mir einen Termin. Er sagte zu, nach meiner Rückkehr aus Dourtenga alle Unterlagen mitzubringen.
Heute Vormittag brachten Felix und Charles uns zu einer Bank und siehe da, aus einem Automat kam Geld. Damit gleich zur Air Algérie und meinen Flug umgebucht, weil wir es doch nicht mehr nach Abidjan schafften. Philipp hatte es schon gestern gemacht, er will heute Nacht zurückfliegen. Wir brachten ihn auch heute Abend zum Flughafen. Beim ehemaligen Stade municipal neben dem Hotel gegrillte Hähnchenteile und viel Brakina. Morgen geht's nach Dourtenga.

Dourtenga, Sonntag, 30. 1.
Und heute mit Félix und Charles gut angekommen, ziemlich gut. Die Straße von Ouaga bis Koupéla ist sehr gut, aber die Straße weiter nach Tenkodogo wird erst noch neu gemacht. Deswegen geht es auf dem größten Teil der Strecke über eine holprige und staubige Piste neben dem Neubau her, so staubig, dass aufgefordert wurde, die Lichter anzumachen. In Tenkodogo eine Bier- und Essenspause eingelegt. Der Weg nach Dourtenga ist noch holpriger geworden. Am Dorfeingang Gérard getroffen, freudige Begrüßung. Er muss aber wieder nach Ouaga zurück, wo er jetzt an der Universität ist.
Als erstes ging es zum Hof vom Naaba Boulga, der mit den Vorbereitungen für unseren Besuch noch nicht fertig war. Aber wir durften dableiben zu einer herzlichen Begrüßung mit einem Glas Sekt. Der Naaba Tanga und mehrere Dorfschefs waren da. Die beiden Naabas waren immer noch die alten! Alte Erinnerungen wurden ausgetauscht und der Naaba Tanga hielt eine kleine Rede, aus der ich heraushören konnte, dass ich von Anfang an dabei gewesen sei. Mehlwasser und Dolo gehörten weiter zur Begrüßung und knusprige und würzige Hähnchenteile und wieder Brakina-Bier.
Jetzt bin ich in der "Villa" von Paul. Ein säulengetragener Eingang führt in eine große Halle und weiter durch einen bogenförmigen Durchgang zu einer Art Salon. Von der linken Seite der Halle geht der Gang zu drei Zimmern und zur Küche ab. Es gibt zwar kein fließendes Wasser, aber elektrischen Strom mit Steckern, die passen.
Morgen um acht geht's mit einer Programmsitzung los.

Dourtenga, Sonntag, 31. Januar
Kockorico, so weckt der Hahn in Frankreich seine Welt auf. Da Burkina Faso frankophon ist, macht er es hier in Dourtenga genau so. Sonst würde ihn ja niemand verstehen. Aber weil heute Sonntag ist, hilft noch eine Kirchenglocke nach.
Heute Vormittag große Versammlung im Hof des Naaba Boulga mit mehreren Dorfchefs. Viele Diskussionen in Mòoré, mit einigen Erklärungen für mich auf Französisch. Ein Problem ist wohl der Hochbehälter bei der Sanitätsstation. Das alte Lied, Alain Nana habe schlecht gearbeitet. Ich habe es so verstanden, dass er herabgestürzt und zerbrochen ist. Ein anderes Problem: Zum Brunnen bei der Sanitätsstation kommen die Menschen aus der Umgebung. Das ist gefährlich, weil dabei Krankheiten übertragen werden können. Man schlug vor, einen Brunnen für die Bevölkerung außerhalb des Geländes anzulegen. Aus den weiteren Diskussionen glaube ich herausgehört zu haben, dass es zwischen den Chefs auch Differenzen geben könnte. Aber dabei muss man vorsichtig sein, weil es bei Diskussionen oft laut und lebhaft hergeht. Bei einem anderen Thema ging es um eine Schule mit drei Klassenzimmern und einem Brunnen oder die Erweiterung einer Schule mit drei Klassenzimmern, weil die Kinder jetzt im Freien unterrichtet werden müssen. Das Verfolgen der Diskussion war nicht einfach.

Noch mal ein Nachtrag zu Ouaga: Beim Frühstück einen Minenmanager, Charly, aus England getroffen. Er lebt und arbeitet schon seit vielen Jahren in Ghana und Burkina Faso. Zur Sicherheitssituation im Norden erzählte er von einem Überfall auf ein Auto der Mitarbeiter. Das Auto wurde von den Räubern mitgenommen und später ausgeraubt wieder zurückgebracht. Auf dem Rücksitz lag ein vergessenes AK 48 Gewehr. Nicht weit von ihrem Camp seien zwei UNO-Soldaten erschossen worden. Freunde waren dem Überfall auf das Hotel Splendid deshalb entgangen, weil sie wegen einer Erkrankung nicht nach Ouagadougou kommen konnten. Die Korruption in beiden Ländern gehe von oben nach unten und von unten nach oben. Schwierige Situation für Hochschulabsolventen, in Ghana kennt er einen Juristen mit fließendem Englisch, der einen Lastwagen steuert.

Der Harmattan bläst und bringt den Wüstenstaub aus der Sahara, als ob es in Burkina Faso
nicht genug davon gäbe. Die Blätter der Büsche und Bäume sind aschgrau wie auch das vertrocknete Gras. Die Luft ist trüb und nachts verblassen am Himmel die Sterne. Mit dem Staub trägt der Wind auch Krankheitserreger wie die der Meningitis durchs Land.

Montag, 1.2.2016
Großes Programm heute. Der Weg nach Kobré führt durch welliges Land mit einzelnen Erhebungen und Felsformationen, die manchmal den Weg buckelig und holprig machen, und mit von den Wasserfluten der Regenzeit ausgewaschenen Stellen. Auf dem Rückweg fuhr eine Strecke weit eine dreirädrige offene "Ambulanz" vor uns her, in der ich nicht hätte drin liegen wollen.
Bei der Maternité in Kobré hatte sich eine große Zahl von Frauen mit ihren Säuglingen versammelt, denen die Zubereitung der Nahrung für mangelernährte Kinder gezeigt wurde. In der drangvollen Enge der Maternité wurden die kleinen Kinder gewogen. Eine energische junge Frau, Mariam, erklärte den Frauen die Zubereitung des mit Mineralien und Vitaminen angereicherten Breis. Sie machte das Feuer an, im großen Kessel wurde das herbeigebrachte Wasser zum Kochen gebracht. Sojamehl und weißes Hirsemehl wurde in eine Schüssel gesiebt, wobei ich unter strenger Anleitung und Beobachtung helfen durfte. Das Sieb durfte nicht zu hoch gehalten werden, damit der Wind das Mehl nicht wegweht. Das Mehl wurde danach ins kochende Wasser gegeben. Beim Rühren darf nicht nachgelassen werden, auch wenn der Rauch des offenen Feuers Tränen in die Augen treibt. Meine Tränen der Rührung konnte ich aufhalten, indem ich mir ins Ohrläppchen zwickte.
Die Frauen folgten allen Instruktionen mit ernster Aufmerksamkeit. Es ist kein großer Aufwand, die Frauen dazu zu bringen, mit ihren Kindern zu den Instruktionen zu kommen, sagte Mariam. An der Maternité wird ein Hangar benötigt, damit es für die vielen Frauen mehr Platz gibt.
Der Kindergarten in Kobré ist in keinem guten Zustand. Die ehrenamtliche Kindergärtnerin erhält im Monat weniger als 20 Euro, das ist zu wenig für ihren Aufwand. Die Umzäunung mit einem Drahtzaun ist defekt. Die Viehherden wandern auf ihrem Weg zur Tränke quer durch das Gelände.
In Ouargaye war der Hochkommisaar ausgeflogen und wir wurden vom Generalsekretär begrüßt.

Am Nachmittag ging's nach einer Schlafpause auf den Weg nach Katoulbéré. Für eine Mauer um den neuen, von Brühl gebauten Kindergarten musste keine Überzeugungsarbeit mehr geleistet werden. Es wird ein neuer Vorschlag vorbereitet für eine niedrigere und nicht so umfangreiche Mauer. Es fehlen auch noch Schaukeln, Rutschen und anderes Spielgerät und ein Brunnen, den es in der Nähe nicht gibt. In Gogo biegt sich das Dach des Kindergartens durch und der Hangar ist vom Wellblechdach nur noch halb bedeckt.

Heute Abend gibt es ein Hähnchen, das der Chef von Katoulbéré mir schenkte.
Es ist Mariam Séguéda aus Dourtenga, die sich um das Programm "Kampf gegen die Mangelernährung" kümmert.

Dienstag, 2.2.
Heute sieht es nach weniger Dunst in der Luft aus. Das Frühstück steht vor mir mit Tee, Baguettes und überbackenen Spiegeleiern. Félix ist schon da.
Heute geht es nach Pissiribouli. Über den Weg brauche ich mich nicht auszulassen und auch nicht über die Fahrt mit dem Moto mit Olivier. Ich verstand nur nicht, wie Charles, der als Beifahrer vor uns herfuhr, die Gespräche mit seinem Fahrer mit beiden Händen lebhaft begleiten konnte. Ich brauchte meine Hände zum Festhalten.
In Pissiribouli standen zwei schöne neue Schulgebäude für zwei Klassen, in denen - zuerst noch schüchterne und sprachlose - Kinder unterrichtet wurden. In der Mittagspause rannten sie dann umso wilder hinter einem Ball her. Das dritte Gebäude war noch nicht ganz fertig. Eine Versammlung mit dem Dorfverantwortlichen und Leuten aus dem Dorf, in der Wünsche für die Schule vorgetragen wurden: eine Latrine, eine Solaranlage und ein Lagerraum.

In Dourtenga hatte ich vorher noch drei Kinder fotografieren und beim reparaturbedürftigen Kindergarten vorbeikommen können.

Heute Nachmittag eine Sitzung des Jumelage-Comités, auf der Félix einen knappen Bericht über die Besichtigungen und Diskussionen gab. Ich werde noch ein Protokoll von ihm erhalten. Kurzer Gang im Dunklen über den Markt, der aber auch schon ein paar Lampen hat. Immer noch viel Betrieb. Zum Essen am Abend hatten einige unserer Hühnchen das Leben lassen müssen.

Mittwoch, 3.2,
Letzter Arbeitstag in Dourtenga. Nach dem Frühstück Besuch vom Naba Boulga. Dann Besuch beim Präfekten Tapsoba Enoussa aus Ziniaré. Kein Staubkörnchen an seinem Anzug, Hemd oder Schlips. Félix hat wieder seinen präzisen Bericht abgegeben. Danach ein ausführliches Gespräch, in dem es um die verschiedenen Projekte ging. Ich weiß nicht, ob ich richtig herausgehört habe, dass sich auch der Staat an einigem beteiligen kann.
Der nächste Besuch war beim Schulzentrum, wo der Proviseur Bahima Daongda, der Schulleiter, uns einige Daten und Erklärungen gab. Ins CEG gehen 500 und ins Lycée 160 Schüler, bei 15 Lehrern. Es gibt Abgänge von schwangeren Mädchen. Für den Deutsch-Unterricht fehlen Bücher. Das Budget wird zu einem Viertel vom Staat finanziert und zu drei Vierteln über Schulgeld. Beschäftigungsmöglichkeiten für die Schulabsolventen gibt es fast nur beim Staat. "Wir erziehen ‚White-Collar-Worker', eine technische Ausbildung wäre sinnvoll." Den Deutschlehrer Ouédraogo Mohamed trafen wir bei der Grundschule in Dourtenga. Fünf Abiturenten aus Dourtenga studieren Deutsch in Ouaga.
Besuch beim CSPS und der Maternité. Die Brühler Medikamente werden separat in zwei Kartons aufbewahrt. Ich erhielt eine neue Bestellliste. Die häufigsten Krankheiten sind Malaria und parasitäre Bauchkrankheiten. Im Entbindungsraum sind nicht alle Wände gekachelt, sie lassen sich nicht richtig reinigen. In einem kleinen dunklen Raum lagen hochschwangere Frauen und ich sah zwei Frauen mit Neugeborenen. In einem weiteren engen Raum wurden pränatale Untersuchungen durchgeführt. Dort traf ich auch Salamata, wie eine Nonne in einer braunen Kutte gekleidet, die nur einen Ausschnitt für ihr Gesicht freigab.
Der Hochbehälter stand noch hoch auf seinen steinernen Stelzen am alten Platz. Die Pumpe wurde fleißig von Hand betrieben.
In der Nähstube stand zwar die Tür offen, aber es war niemand da. Es sah nach Mittagspause aus. Der protestantische Pfarrer zeigte uns seine Kirche, an der nur noch das Dach fehlte. In der Mairie hat Felix noch einen großen Packen Papiere sortiert. In Ouaga gibt es hoffentlich noch mehr.

Donnerstag, den 4.2.
Was wie Morgennebel aussieht, ist immer noch der Staub, der in der Luft hängt. Jedes Tier pickt oder schnüffelt mit Rüssel, Maul oder Schnabel ständig am Boden. Nur in der heißen Mittagssonne suchen sie sich einen Platz im Schatten unter einem Baum oder an einer Mauer. In der Trockenzeit laufen sie frei herum. Sie können in dieser Zeit an den Feldern der Bauern keinen Schaden anrichten. In der Regenzeit muss das Vieh gehütet werden. Die Ferkel wühlen mit ihren kleinen Rüsseln wie ihre Mütter den Boden auf und suchen nach versteckten Erdnüssen. Wenn sie Durst haben, wandern die Kühe in langer Reihe zu ihren Wasserstellen.
Der Muezzin ruft schon früh zum Gebet, und die Kirchenglocke tut es ihm nach.
Das friedliche Bild könnte die Härte der Natur vergessen machen. Aber zerbröckelnde Mauern und zerstörte Dächer erinnern daran, dass in der Regenzeit die Lehmmauern aufgeweicht werden und Stürme die Dächer abdecken.
Der Präfekt in seinem sauberen Anzug verabschiedete uns. Der Cusinier freut sich auf unseren Besuch im nächsten Jahr und schließlich der Abschied im Hof des Naabas. Vier in Dourtenga gemachte Ledertaschen erhielt ich für mich und die Brühler Freunde. Herzlicher Abschied.
Wieder ermüdende Fahrt nach Ouaga. Abendessen mit der ganzen Familie bei Constance.

Langsam komme ich mit dem Datum nicht mehr zurecht. Ich hoffe, dass heute Freitag, der 5.2. ist.
Ich sitze in einer Bank und warte auf meinen Aufruf zum Geldwechsel. Die Bank hat 25 Euro für mich.
Heute Morgen noch mal Besuch von Mme. Abga Napon. Sie brachte das Programm für die Sensibilisierung der jungen Mädchen im Lycée und deren Eltern. Rundfahrt in Ouaga für Verabschiedungen und den Kauf von Stoffen für den Patchwork-Teppich. Jetzt bleiben nur noch der Besuch bei Familie Toé und die Übergabe von Bankbelegen von Ousséni.

Im Flughafen von Ouagadougou.
Ich schreib mal kein Datum und hoffe, dass heute der richtige Tag für den Abflug ist. Zum Check-in darf ich noch nicht, weil es für den Flug nach Algier noch zu früh sei. Also gibt es heute einen Flug!

Noch mal zurück zu heute Vormittag: Charles holte mich nach dem Frühstück ab. Wir fuhren zu seiner kleinen Schwester, wieder eine große Familie. Es gab Tô mit einer guten Soße. Sein Neffe war es, der mich zum Geldwechsel fuhr und mir beim letzten Einkauf half.
Besuch bei Familie Toé. Freundliche und herzliche Atmosphäre. Fatimata und Marcel waren immer noch die alten. Ich wurde mit einem großen Beutel Erdnüsse beschenkt. Zurück zur Verabschiedung von Charles' Familie und im abendlichen Berufsverkehr fast stecken geblieben. Im Hotel hat mir Ousséni noch die Bankbelege gebracht. Dann zum letzten Abendessen in der Stadt zum Stade municipal mit Bier und gegrillten Hähnchenteilen. Wie schnell wird man dann wieder munter. Abschied von Ousséni. Charles brachte mich zum Flughafen.

Auf Wiedersehen Ouaga im nächsten Jahr!

Algier, Samstag, 6.2. 4 Uhr morgens im Flughafen
Diesmal ist der Flieger wieder früher abgeflogen als angegeben, aber doch erst, als der Bus alle Passagier eingesammelt hatte. Nicht viel mehr als beim Hinflug. Jetzt kann ich anfangen, die 24 oder 30 Stunden bis zum nächsten Abflug, wenn ich ihn nicht verschlafe, zu zählen. Der Einreisebeamte fragte mich, warum ich kein Visum wolle und nicht im Hotel übernachten wolle. Er tröstete mich, ich könne hier im Flughafen auch arbeiten, dann würde die Zeit schneller vergehen. Ich vergaß leider ihn zu fragen, welche Arbeit er denn für mich hätte. Meinen Pass nahm er an sich.
Na, ja, die erste halbe Stunde ist fast vorbei.

18 Uhr
Ich habe jetzt aufgehört, die Stunden zu zählen. Immer mal wieder geschlafen. Immer mal wieder aus dem Schlaf aufgeschreckt, wenn es für eine Ansage laut klingelte. Habe ich den Abflug verschlafen?
Ich bin jetzt in den Terminal 1 umgezogen, wo nach der Anzeigetafel der Abflug sein soll. Draußen gehen die Lichter an. Mein Geld reicht noch für eine Flasche Wasser.

19 Uhr
So schnell vergeht die Zeit beim Umziehen, beim Einkaufen und beim Schlafplatz suchen. Die runden, gepolsterten Sitzinseln haben keine durch Armlehnen abgeteilten Sitzplätze. Man kann sich gut zum Schlafen ausstrecken. Das Geld hat auch noch für zwei Zeitungen gereicht:
Morgen findet in Algerien in der "Vereinigten Kommission der zwei Kammern des Parlaments" eine Abstimmung über eine vom Präsidenten vorgeschlagene Verfassungsänderung statt. Der Präsident Bouteflika sagt, dass damit die demokratische Entwicklung des Landes verbessert werde. Die Opposition, die dagegen stimmen will oder erst gar nicht zur Abstimmung kommen will, sagt: "Es handelt sich um eine mafiöse Bande, die das politische Klima vergiftet und mit dem Vorhaben das Risiko eingeht, eine fatale Entscheidung für die Republik und für jede demokratische Hoffnung zu treffen."
Beim Bau der Metro wurden Ruinen einer antiken Stadt gefunden.

21.30 Uhr
Der letzte Schalter wird geschlossen. Die Mannschaft vom Gate 11 spielt auf ihrem Weg von der letzten Arbeit Fußball mit einem rosa Luftballon. Vorher gab es noch große Aufregung: Für den Flug nach Doha fehlte trotz immer dringender Aufrufe noch ein Passagier. Ich glaube, er wurde nicht mehr gefunden. Wahrscheinlich wurden wir vor zwei Wochen genau so verzweifelt gerufen. Jetzt kann ich schon meinen Flug auf der Anzeigetafel sehen. Außer zwei Putzmännern bin ich jetzt allein in der großen Abflughalle.

23.45 Uhr
Ich hatte fest geschlafen, als ich geweckt wurde. Ein Beamter hatte mich vorsichtig an der Schulter berührt: "Monsieur, man sucht sie". Ich schreckte auf, allein in der großen leeren Halle! Habe ich jetzt doch meinen Flug verschlafen? Aber nein, ich müsste doch etwas essen, meinte er. Er holte mit mir ein Tablett mit Fleisch und Nudeln, Brötchen und Käse, Kekse, Wasser und Säfte. Jetzt war die Halle mein Speisesaal. Bis morgen früh gebe es keine Flüge mehr und ich könne jetzt ruhig und ungestört schlafen. So kann ich mir wieder mein Bett machen.

Sonntag, 7.2.
6.00 Uhr
Leise, damit ich nicht aufwache, hat mir jemand mein Frühstück ans Bett gestellt.

Brühl, den 7.2.
Noch mal ein paar Stunden in der voller werdenden Abflughalle. Mir wurde mein Pass wieder gebracht. "Haben Sie gut geschlafen und Ihr Frühstück gefunden?"
Flug über weißen Wolken nach Frankfurt. Fahrt über die graue Autobahn nach Hause.
Erzählen, erzählen, wie lang können doch zwei Wochen sein - in Afrika und in Brühl!


Bericht über die Reise nach Dourtenga im Februar 2015

Am 7. Februar 2015 flog ich begleitet von Stefan Meusel über Casablanca in die Hauptstadt von Burkina Faso nach Ouagadougou. Kurz nach Mitternacht wurden wir am Flughafen von Charles Salouka, dem Bürgermeister von Dourtenga, von Felix Daogo Segda, dem Präsident des Partnerschaftskomites und von Ousseni Segueda, dem verantwortlichen für die Finanzen des Komites empfangen. Bereits am folgenden Montag fuhren wir im Auto mit Charles Salouka und Felix Segda nach Dourtenga.
Einige Dorfbewohner erwarteten uns schon viele Kilometer vor Dourtenga auf Mofas und Rädern mit großem Hallo und geleiteten uns im Konvoi zum Empfang in den Hof des traditionellen Dorfchefs, Naaba Boulga.
In den folgenden Tagen besuchten wir fünf der inzwischen 13 kleinen Dörfer die neben dem Hauptort zur Gemeinde Dourtenga gehören. Neu hinzu kam Pissiribouli, eine kleine Ansiedlung ganz im Norden der Gemeinde. Mit Brühler Finanzierung wird hier ein Klassenraum gebaut. Während der Regenzeit ist der Ort nicht mit Fahrzeugen erreichbar und deshalb hat sich der Bau etwas verzögert. Kinder der ersten beiden Schulklassen werden provisorisch in einem Hangar aus Strohdach und Baumstämmen unterrichtet. In Katoulbéré war das ganze Dorf versammelt, um mit uns den fast fertig gestellten Kindergarten, der von der Gemeinde Brühl und großzügigen Spenden finanziert wurde, einzuweihen.
Wir besuchten Kindergärten und Schulen in Gogo, Kobré und Kanlin wo wir sehr baufällige Schulen und Kindergärten, sowie provisorische Klassenräume unter Strohdächern erlebten. In Kobré überraschte uns eine neue Sanitäts- und Entbindungsstation, gebaut von einer Kooperation Taiwan-Burkina Faso.
Wir besuchten die Sanitäts- und Entbindungsstation im Hauptort Dourtenga, hier herrschte Hochbetrieb. Man begann damit Kinder zu wiegen und zu untersuchen um Unterernährung festzustellen. In 2014 kamen 363 Kinder in der Entbindungsstation zur Welt.
In der Sanitätsstation wurden 6 434 Malariapatienten und 1 650 Menschen mit schweren Erkrankungen der Atemwege behandelt.
Wir besuchten den bereits begonnenen Bau der ev. Kirche Dourtenga und übergaben die Spende der ev. Kirche von Brühl im Auftrage der beiden Pfarrerinnen. Der Pastor Monsieur P. Yanganét war überglücklich und bat mich seine große Dankbarkeit den beiden Pastorinnen und der ev. Kirchengemeinde zu überbringen.
Wir übergaben dem Trainer der Fußballmannschaft von Dourtenga im Wohngebäude der Präfektin die Trikots des FV Brühl.
Wir besuchten den Campus des Gymnasiums, hier die Bibliothek, das Lehrerzimmer, den Aufenthaltshangar und die Deutschklasse. Der Klassensprecher las einen Brief voller Dankbarkeit für die Hilfe aus Brühl vor. In einem weiteren Gespräch erfuhren wir, dass den Schülern deutsche Leerbücher fehlen. Spontan sagte ich zu, dass mit vorhandenen Geldern 40 deutsche Lehrbücher gekauft werden können, die in der Schule verbleiben und von den kommenden Jahrgängen genutzt werden können. Man zeigte uns die Kopierer, die mit Brühler Geld gekauft, bzw. repariert wurden.
In der Nähstube erwarteten uns 11 junge Frauen, an den Wänden hingen wunderschöne Kleider, die sie genäht hatten und die sie verkaufen können. Materialien werden mit Brühler Geldern gekauft.
In der Nachbargemeinde Ouagaye empfing uns der Sekretär des Hochkommissars der Provinz Koulpelogo. Auch dem früheren Residenten des Partnerschaftskomites, Monsieur Janna, statteten wir einen Besuch ab.
Höhepunkt und Abschluss der Tage in Dourtenga war die Versammlung im Rathaus. 43 Teilnehmer, traditionelle Chefs, beigeordnete Bürgermeister, Mitglieder des Partnerschaftskomites, Lehrer, Sanitäter und Bürger nahmen an der Versammlung teil. Felix eröffnete die Sitzung mit einem Bericht über die Zusammenarbeit, die Projekte der letzten 3 Jahren: Bau von 2 Brunnen, Bibliothek, des Aufenthaltsgebäudes, der Klassenraum noch im Bau in Pissiribouli, der Kindergarten in Katoulbéré, permanente Projekte wie die Schulpatenschaften, Gehälter für Kindergärten, Material Nähstube, Medikamente, zusätzliches Unterrichtsmaterial. Am Ende sprach er über seine Sicht der Partnerschaft zwischen Dourtenga und Brühl, deren Vertrag vor 18 Jahren unterschrieben wurde. Ich hatte einen Redebeitrag vorbereitet, den Francoise mir zu Hause übersetzt hatte. Ich sprach von unserer Zusammenarbeit, von der Nachhaltigkeit der Projekte, der Hilfe zur Selbsthilfe und auch über unsere große Verantwortung gegenüber den Menschen, die uns die Spenden zur Verfügung gestellt haben. Zu den Spendern gehören auch viele Schüler. Auch darüber sprach ich, dass wir uns alle ehrenamtlich engagieren und auch unsere Reisekosten selbst tragen. Die Gespendeten Gelder stehen zu 100 % für Projekte in der Brühler Partnergemeinde zur Verfügung. Bei der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde dolmetschte der Deutschlehrer des Gymnasiums. 12 Teilnehmer der Versammlung meldeten sich mit Fragen und Anliegen zu Wort. Die Versammlung dauerte 2 ½ Stunden. Nach der Versammlung führten wir Interviews, es war Stefans Idee auch die Bürger von Dourtenga zu Wort kommen zu lassen. Er hatte auch die Fragen vorbereitet.
Zum Abschluss aßen wir alle zusammen die beiden Ziegen, am Grill gebraten, die uns als Dankeschön in Pissiribouli und Katoulbéré geschenkt worden waren.
Am Freitagmorgen verabschiedeten wir uns bei Naaba Boulga und traten mit einigen Pannen die Rückreise nach Ouagadougou an.
Am Tag unserer Abreise kam sehr früh am Morgen Mme. Aline Napon, die verantwortlich für das Projekt unternährte Kinder und Verbesserung der sexuellen Gesundheit bei heranwachsenden Frauen ist, zu mir um das Projekt noch einmal durchzusprechen und meine Fragen zu beantworten . Nach unserem Gespräch fuhr sie nach Dourtenga, um dort das Projekt zu besprechen.
Für die vielen neu besprochen Projekte suchen wir wieder Spender und Sponsoren.



Reisebericht Februar 2013

Besuch in der Brühler Partnergemeinde Dourtenga

Bei winterlichen Temperaturen flog die Vorsitzende der Förderkreises Dritte Welt, Renate Dvorak, in Begleitung von Dr. Gabriele Soyka und Dr. Gerhard Krauss Anfang Februar über Niamey und Casablanca nach Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso.
Nach einem kurzen Aufenthalt in der Hauptstadt ging die Fahrt im PKW mit Charles Salouka, dem neugewählten Bürgermeister von Dourtenga, bei hochsommerlichen fast 40°C weiter in die Brühler Partnergemeinde. Schon einige Kilometer vor dem Dorf wurden wir von vielen Menschen erwartet. Im Konvoi ging die Fahrt die letzten Kilometer weiter zum traditionellen Dorfchef, Naaba Boulga. Die Trommler hatten die Dorfgemeinschaft zusammengerufen. Bei dem üblichen Begrüßungstrunk, Musik und Tanz wurden die Gäste aus Brühl herzlich in der Gemeinschaft willkommen geheißen. Als die Abenddämmerung hereinbrach und uns das Begrüßungsessen serviert wurde, erlebten die Gäste die erste große Überraschung: Im Hof des Dorfchefs ging das elektrische Licht an!
Seit Oktober 2012 führt eine elektrische Leitung durch Dourtenga. Gebäude, die an der Hauptstraße liegen, wie Schulen, Sanitäts- und Entbindungsstation, Markt und Wohnhöfe sind bereits an die Stromleitung angeschlossen und haben Licht.
In 14 Grundschulen der 12 kleinen Dörfer (der ländlichen Gemeinde Dourtenga mit ca.
12 000 Einwohnern) werden 1647 Kinder in 56 Klassen unterrichtet, 878 Jungen und 769 Mädchen. Im Schuljahr 2012/13 wurden 292 Kinder eingeschult, 151 Jungen und 141 Mädchen. Zu Beginn der Partnerschaft gab es gerade mal 3 Grundschulen. Eine weitere Überraschung für die Gäste war die Schulinspektion mit 6 Mitarbeitern, die Lehrerschulungen durchführt und die Qualität des Unterrichtes überprüft.
Eine kleine Anzahl von Jungen und Mädchen besuchen die Koranschule bei der Moschee.
Sehr beeindruckt waren wir vom Gymnasium. Viele neue Klassenräume sind entstanden, eine Kantine, Lehrerwohnungen und fast fertig gestellt war ein Laborgebäude für Chemie und Physik. Ebenfalls fast fertig, schon beleuchtet und mit Ventilatoren ausgestattet, besichtigten wir die von Brühl finanzierte Bibliothek. Für den geplanten Aufenthalts- und Arbeitsraum, der auch von Brühl, weitgehend mit Spendengeldern der Schüler der Marion-Dönhoff-Realschule und der Schillerschule, finanziert wird, wurde die Auftragsvergabe erteilt. Die Startfinanzierung wird in den nächsten Tagen überwiesen und mit dem Bau kann begonnen werden. In diesem Sommer wird die erste Klasse am Gymnasium Abitur machen. Ein ganz besonderes Erlebnis war der Besuch der Deutschklasse, die viele Fragen für die Gäste aus Deutschland vorbereitet hatte. Die anfängliche Schüchternheit legte sich bald und nach zweieinhalb Stunden musste man sich auf die Schlussfragen einigen. Die Schüler der Deutschklasse waren an diesem Freitagmittag die letzten, die den Campus verließen.
Viele der Brühler Patenkinder haben nun die Schule verlassen, sei es, dass sie jetzt wie die meisten Bewohner in Dourtenga als Bauern arbeiten oder ein Handwerk erlernen als Elektriker, Schweißer oder Maurer oder sich als Lehrer, Sanitäter oder Hebamme ausbilden lassen. Dazu müssen die jungen Leute allerdings in die größeren Städte ziehen. Junge Frauen, die zu Schneiderinnen ausgebildet werden, können dieses Handwerk in der Nähstube erlernen, deren Bau mit Brühler Hilfe finanziert wurde. Material und Gehalt für die Lehrerin in der Nähstube wird von Brühl bezahlt.
Viele junge Menschen haben die Schule verlassen, aber mindestens ebenso viele Kinder warten nun darauf, dass sich Schulpaten finden, die sie unterstützen. Für ca. 200 Kinder werden neue Paten gesucht. Eine dänische Hilfsorganisation hat nach 10 Jahren Dourtenga verlassen und auch die Unterstützung für Patenkinder eingestellt.
Uns ist es erstmals gelungen, alle Schulen per Fahrrad oder Moped (Autos können auf den schmalen Pisten nicht fahren) zu besuchen und in den Schulen die Kinder zu fotografieren. Auch konnte Post aus Brühl überreicht werden und viele Briefe von Schülern wurden für die Brühler Pateneltern mitgegeben.
Eine Versammlung mit den Verantwortlichen vor Ort wurde abgehalten, um die laufenden aber auch um zukünftige Projekte zu besprechen. Auch ein Besuch der Sanitäts- und Entbindungsstation stand auf dem Programm und Bestellungen für Medikamente und Zubehör wurden angenommen. Über das Projekt "Unterernährte Kinder" wurde diskutiert. Betreut und versorgt wurden in 2012 ca. 200 Kinder.
Die Kindergärten wurden besucht. Auch hierfür übernimmt Brühl die Personalkosten. Am Sonntagmorgen nahmen wir am Gottesdienst in der kleinen evangelischen Kirchengemeinde teil.
Viel hat sich verändert in der kleinen Gemeinde. Es gibt jetzt sogar einen Bäcker bei dem täglich frisches Baguette gekauft werden kann und zwei über Kompressoren betriebene Getreidemühlen.
Nach 9 Tagen verabschiedeten wir uns beim traditionellen Dorfchef mit dem Versprechen im nächsten Jahr wieder zu kommen und fuhren zurück in die etwa 250 km entfernte Hauptstadt Ouagadougou.
Von hier aus besuchten wir bei Laongo das Operndorf, Projekt des leider früh verstorbenen Christof Schlingensief. Sehr beeindruckt waren wir über den Baufortschritt. In drei Schulklassen wird unterrichtet, Atelierhäuser und Lehrerwohnungen sind fertig gestellt und ein Krankenhaus wird in wenigen Wochen bezugsfertig sein.
Das letzte Highlight dieser Reise war unmittelbar vor unserem Heimflug der Besuch bei der FESPACO, der Panafrikanischen Filmfestspiele. Wir sahen uns einige bewegende Dokumentarfilme an und waren begeistert von der Farbenpracht und der Fröhlichkeit in der Hauptstadt rund um die Kinowelt.



Reisetagebuch Januar 2012 ( Helmut Mehrer )


Ein Brühler Partnerschaftsbesuch in Dourtenga

1. Tag, Mittwoch, 18.1.: Von der Kälte in die Tropen

- 4° zeigt das Thermometer, als unsere kleine Delegation um 7.45 Brühl verlässt. Wir, das sind Bürgermeister Ralf Göck und als Übersetzer und Berichterstatter Mechthild und Helmut Mehrer.
Erste Station: Flughafen Enzheim, aber sofort ein Riesenhindernis - 20 km Stau auf der Autobahn. Kurze Beratung und wir fahren über Germersheim, linksrheinisch. Der Verkehr fließt. Wir atmen auf. Der nächste Ort, der Flughafen Charles de Gaulle, lässt den Reisenden fast drei Stunden Pause.
Abends um 22 Uhr deutscher und um 21 Uhr Ortszeit, kommen wir in Ouagadougou an. Trotz der Abendstunde fast 30°. Wir schwitzen in den drei Schlangen am Exit: Pass, Zoll, Gepäck und haben fast eine Stunde Verspätung. Dennoch empfangen uns die Freunde überschwänglich herzlich: Bürgermeister Charles Salouka mit Tulba Segda, Felix Segda und Ousseni Segueda, dem Vorstand des Partnervereins, der Söhne Dourtengas. Auch sie haben lange gewartet. Ihre Vehikel: Mercedes 190 D aus den 80er Jahren, die sich in Afrika hoher Wertschätzung erfreuen.
Ein paar Fotos, dann geht es zur Herberge "Rose des Sables" - Sandrose. Charles Salouka lädt uns zu "eau de l'étrange - Wasser in der Fremde" ein, einheimisches Bier, das an französisches erinnert. Er überreicht uns sein Programm, und wir erklären die Aufträge, die wir mitgebracht haben: Schulen besuchen, die neuen Brunnen anschauen, die Rechnungen sammeln, die "Maternité - Geburtshilfestation" einweihen und nach Zukunftsprojekten fragen. Kommt 2012 Elektrizität ins Dorf? Lässt sich mit Steinwällen Wasser zurückhalten und damit die Vegetationsperiode verlängern?
Um Mitternacht Brühler Zeit verlassen wir uns. Der Tag war lang, und morgen früh haben wir um 9 Uhr Treffpunkt in der Bank.

2. Tag, Donnerstag, 19. Januar: "Freundschaft auf Dauer"

Beim Aufstehen haben wir schon den Winter vergessen. Mit Charles fahren wir durch den chaotischen Verkehr zuerst zur Bank, um einheimische CFA-Francs zu kaufen. Das Trottoir vor der Bank ist gefüllt mit jungen Männern, die sehr aggressiv versuchen, uns Handykarten, Gürtel, Obst und Ähnliches zu verkaufen. So erhalten wir einen ersten Einblick in die prekäre Lage der Burkinabè.
Danach geht es nach Laongo, zum Skulpturenpark. Viele seiner Granitplastiken erfreuen das Auge. Manche wirken fremdartig, sie spielen auf afrikanische Mythen an. Wieder andere verstören, z.B. zwei Köpfe im Profil, die einander gegenüber stehen, freundlich und schön auf der Vorderseite, auf der Rückseite aber demoliert, mit ausgeschlagenen Augen. Der Führer erklärt: So sind die menschlichen Beziehungen: Zuerst zeigt man sich von seiner schönen Seite, auf die Dauer kommt aber das Schlechte zum Vorschein.
Die Delegation ist etwas verunsichert. Sie sucht Freundschaft auf Dauer. Beim Mittagessen, zu dem auch Charles' Bruder Paul kommt, findet sie Bestätigung, die Afrikaner denken ähnlich. Paul ist Polizist in einem "Nachbarschaftsprojekt", das die gefühlte Sicherheit erhöhen und die Menschen zur Mitwirkung am Gemeinwohl motivieren soll. Alain Nana, ein Bauunternehmer, der für die Partnerschaft schon gearbeitet hat, stößt zur Gruppe und lädt die Delegation zu einem Abschiedsabend vor der Rückkehr ein.
Den Heimweg nach Ouagadougou legen wir in einer stinkenden Abgaswolke zurück. Sie kommt von unzähligen Mofas und Mopeds, die die Straße verstopfen und unsere Augen reizen. Ralf Göck stellt fest, dass die Motorisierung seit seinem letzten Besuch 2005 erheblich zugenommen hat. Wir besichtigen die Bischofskirche "Mariä unbefleckte Empfängnis", ein großes aber bescheiden ausgestattetes Bauwerk aus der Kolonialzeit. Auf dem Weg zum Hotel entdecken wir die Arbeitswelt, eine große Schneiderei, in der Charles einen Anzug abzuholen hat.
Am Abend: großes Treffen mit den drei Vorständen des Partnervereins und dreien seiner jungen Leute: Constance, Emmanuel und Karim. Ralf Göck dankt für die herzliche Aufnahme. Er spricht das Internet als Kommunikationsmittel an: Es erleichtert das Gespräch, verstärkt aber gleichzeitig das Bedürfnis, von Angesicht zu Angesicht miteinander zu reden. Wie bisher sollen alle zwei Jahre Delegationen des Brühler Fördervereins oder der Gemeinde nach Dourtenga fahren. In die die Besuche aus Burkina Faso könnte ein gewisser Rhythmus kommen, auch wenn dies (aus finanziellen Gründen) nicht so oft möglich ist wie umgekehrt.

3. Tag, Freitag, 20. Januar: Freude und Schatten

Man muss Zeit haben in Afrika. Das lernen wir am dritten Tag, bei der Abfahrt nach Dourtenga. Sie verzögert sich, kann aber sofort beginnen, als Charles eintrifft. Er hat auf dem Herweg schon Trinkwasser und Gemüse für die vier Tage Dourtenga eingekauft. Alles ist schon auf einen neuen Toyota-Jeep geladen, den Ismael, Polizeibeamter im Sicherheitsministerium, steuert.
Wir verlassen die Hauptstadt Richtung Osten, erst an Ministerien und Parks vorbei. Alles staubig, es ist Trockenzeit, bevor kilometerlang kleine Werkstätten und Kioske folgen. Überall untätige Männer. Wir fragen Charles und erfahren, dass es jetzt in der winterlichen Trockenzeit auf den Feldern nichts zu tun gibt. Die Männer suchen daher Arbeit in der Stadt. Erfolglos. Sie warten und warten, wie die "Arbeiter im Weinberg".
Jenseits der Hauptstadt abgeerntete Baumwoll-, vor allem aber Hirsefelder. Könnte man mit Kartoffeln oder Erbsen eine Fruchtfolge einführen und die Erträge verbessern? Der Bürgermeister widerspricht nicht. Vor einigen Jahren hat er ein Unternehmen geleitet, das Bohnen für Air France angebaut hat. Als er seine Ernte brachte, hat gerade das Personal dieser Gesellschaft gestreikt. Er hat die Bohnen kühl gelagert, sie galten aber bei Streikende nach drei Tagen nicht mehr als erntefrisch. Air France lehnte sie ab und bekam Recht - "höhere Gewalt" - Charles' Unternehmen ging pleite.
Gegen 13 Uhr erreichen wir die Regionalhauptstadt Tenkodogo, essen zu Mittag und haben vor, den Gouverneur zu begrüßen. Er ist verhindert und schickt uns als Vertreter seinen Protokollchef. Es ist Matthias Seguéda, auch er ein Sohn Dourtengas.
In Tenkodogo endet die Asphaltierung der Nationalstraße 17. Ismael, unser Fahrer, kurvt wie ein Slalomweltmeister um Schlaglöcher und Querrinnen. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichen wir die Gemeindegrenze, erkenntlich an einer Gruppe von fünf Motorradfahrern, die eine Sperre bilden, um uns zu empfangen. Unter ihnen der Imam der Gemeinde. Von da an stehen immer mehr Menschen am Straßenrand. Eine Riesenmenge erwartet uns schließlich auf dem Platz vor unserer Herberge, der Villa von Armand Abgas. Unbeschreiblicher Lärm: Trommeln, Schellen, aufgedrehte Motorräder, jubelndes Singen - die Freude springt auf uns über. Alle drängen sich an uns, drücken die Hand, manche demütig mit einem Knicks, auch Männer, anderen blicken uns in die Augen. Allmählich verstehen wir den Gruß: "lafi" - Gesundheit und "sabre" - Guten Abend.
Wir schaffen unser rot eingestaubtes Gepäck in unsere Zimmer und kommen sofort zurück, denn die Menschen sind geblieben. Der "traditionelle Chef" Naaba Bulga begrüßt uns. Dr. Göck antwortet: Dourtenga hat sich seit seinem letzten Besuch unübersehbar weiterentwickelt. Schon um das festzustellen, sei der persönliche Kontakt unverzichtbar. In der hereinbrechenden Dämmerung lädt uns der "Naba Tanga", der Chef der Brauchtumspflege, zu einem Rundgang ein.
Mit ihm und Martin Segueda erreichen wir das Rathaus im letzten Tageslicht, dann stolpern wir zurück zur Villa - in der Stimmung einer warmen tiefdunklen Sommernacht. Es ist aber Winter und erst ½ 7. Nestor hat unser Abendessen fertig. Ihn und Ismael fragen wir nach der Lage des Landes: Es hat wenig geregnet, die Ernte war zum zweiten Mal in Folge schlecht, die Preise sind gestiegen, die Armen, d.h. die Mehrheit des Landes, leidet unter Mangel. Aber die Kinder zeigten beim Empfang kein Symptom von Unterernährung. Und noch jetzt füllen sie fröhlich den Hof. Sie tanzen. Um 10 schickt sie Nestor heim.

4. Tag, Samstag, 21. Januar: Aufgaben von Gemeinden

Der Morgen beginnt mit einem Genuss. Nestor bekam von einer Nachbarin 6 Eier geschenkt und bereitet uns ein Omelett "à l'africaine", mit Zwiebeln.
Es folgt eine interne Beratung: Auf einem "Laufzettel" stellen wir zusammen, was wir sehen wollen/sollen und erörtern das Ergebnis mit Charles Salouka. Der ist im Geist aber schon bei der Einweihung morgen und gibt uns Mouni, seinen Protokollchef, mit auf unsere Tour. Er berät uns bei der Abfolge der Stationen. Ismael fährt uns zuerst zum Gymnasium, denn dort endet der Unterricht in einer Stunde. Der Direktor Nikiema Alidou, "M. le Proviseur", freut sich, uns zu sehen. Er fährt uns zum Brunnen am Schlachthaus, bei dem an einer Abflussrinne schon der "Beton" reißt, dann zum Baumhain mit noch sehr bescheidenen Pflanzen und abschließend zu der 2009 gebauten Nähstube. Insgesamt 5 km Weg. Wir verabschieden uns von M. Alidou, um noch ein wenig zu laufen. Zuerst zur Kirche, wo wir die Sonntagsmesse besuchen wollen. Dann noch ein Plausch beim Naaba Bulga über Erziehung und Arbeit für die jungen Leute.
Am Nachmittag kommt BM Salouka mitten in seiner Festvorbereitung noch einmal vorbei. Er kündigt für morgen 8 Uhr die Ankunft Simon Compaorés an, des Bürgermeisters von Ouagadougou, der vor der Feier gerne mit seinem Brühler Kollegen reden will. Also keine Messe. Bevor er weiterrauscht, empfiehlt er uns noch einen Gang über den Markt. Mouni bleibt bei uns, und Ralf Göck kommentiert: Es gibt auf dem Markt mehr Menschen und mehr Waren als 2005. Die Zahl der zunehmend aus Steinen gebauten Häuser ebenso.
Wiederum drängen sich alle um uns, manche demütig, knicksend, auch Männer, viele aber auch mit einem lächelnden Selbstbewusstsein, das uns Vertrauen in die Zukunft des Landes schenkt. Die Menschen haben zwar wenig zu essen, werden aber nicht verhungern. Auch die Kinder wirken ausreichend ernährt. Die Großfamilie fängt sie auf und gibt ihnen Gelassenheit. Brühl und der Förderverein sind für sie bekannte Größen. Viele erinnern sich an unsere "örtlichen Afrikaner": Renate, Klaus, Peter, Ursula, Daniela und bestellen Grüße.
Am Abend sind wir bei Armand Abga, einem erfolgreichen "Expert comptable" (Steuerberater) eingeladen. Seinem Bruder Alain gehört die Villa, in der wir wohnen dürfen - mit Strom (nicht immer) und fließendem Wasser (auch nicht immer, denn der Generator streikt und gibt nach zwei Tagen endgültig seinen Geist auf). Den "Village de Brühl" hat ein Sturm weggefegt.
Armand Abga ist von der Gemeinde beauftragt, einen Flächennutzungsplan für Dourtenga zu erarbeiten. Da Brühl sich derzeit mit ähnlichen Aufgaben befasst, stellt Dr. Göck Fragen zur Verteilung der intensiver zu nutzenden Baufläche und zur Aufteilung der Kosten. Dourtenga wird in Zukunft gerade Straßen haben, und die Haushalte müssen einen Erschließungsbeitrag leisten. Armand interessiert sich seinerseits für die Umgestaltung der Brühler Hauptstraße.
Am Ende bedanken wir uns bei ihm für die freundliche Aufnahme im Haus seiner Familie.

5. Tag, Sonntag, 22. Januar: Das Fest

Allmählich gewöhnen wir uns an die Nächte auf dem Land. Ab 1 Uhr schreien die Esel, ab ½ 5 die Hähne. Heute kommt ein neues Geräusch hinzu: Ab 5 Uhr schneiden Damen des Dorfes mit fröhlichem Palaver Gemüse - für das Festessen.
Um 7 Uhr ist Frühstück - an einem Sonntag! Denn um 8 Uhr wird Simon Compaoré, Bürgermeister von Ouagadougou erwartet. Er ist Sponsor der Maternité (Entbindungsstation) und Ehrengast des Festes. Und er ist pünktlich, heißt es, und so kommt es auch! Mit ihm erscheint der Gouverneur der "Région Sud-Est", einer von 13 Regionen des Landes, und der Haut-Commissaire der Provinz Koulpelogo. Dazu noch viele andere Departementspräfekte und "traditionelle Chefs", z.T. von weit her.
Auf dem Platz vor der Entbindungsstation, in einem Zelt für Ehrengäste, sitzt Ralf Göck mitten in der 1. Reihe. In einem anschließenden großen Bogen stehen die Menschen, dicht gedrängt. Drei Gruppen von Tänzern, Sängern und Musikern sorgen zwischen den Reden für Tam-Tam und Begeisterung, werden zeitlich aber sehr kurz gehalten, da die Zeit des Ehrengastes begrenzt ist. In seiner kurzen Begrüßung freut sich Charles Salouka über das Kommen aller und dankt der Stadt Ouagadougou für den Bau und den Brühlern für die Betten. Danach Dr. Göck: Er ist zufrieden, dass er helfen durfte, erwähnt die Knappheit unserer Mittel und unsere Absicht, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Das Publikum zeigt sich dankbar und applaudiert mehrfach begeistert. Die längste und beinahe bejubelte Rede kommt aber vom alerten Simon Compaoré, der in der Lokalsprache Yanna beginnt und endet, dazwischen aber die Menschen begeistert. Ganz einfach! Ausführlich beschreibt er neben dem eigenen auch die Brühler Beiträge zum Gesundheitswesen, zum Schulbau und Unterricht der Kinder und zur Wasserversorgung. Anschließend folgen wir den hiesigen Politikern beim Rundgang durch das neue Gebäude und der Rückfahrt zur Villa.
In den Gesprächen tragen wir unsere Fragen zur Zukunft des Landes und besonders der jungen Menschen vor. Dem Land fehlt derzeit unvorstellbar viel: vor allem eine Basis für die Unternehmen des Handwerks und der Industrie, in denen Handwerker ausgebildet werden können. Armand Abga hat zur Behebung dieses Defizits immerhin Pläne: Er will für Elektriker und Mechaniker ein privates berufsbildendes Gymnasium bauen und so die dringend notwendige Schicht von Fachleuten entstehen lassen.
Am Nachmittag verlassen uns die Festgäste, auch aus Ouagadougou. Die schon vertrauten : Félix, Ousseni und Tulba. Mit ihnen auch Studenten aus Dourtenga, die uns bitten, Gleichaltrige aus Brühl zu finden, mit denen sie Kontakt aufnehmen können. Wir versprechen nachzudenken, wie das möglich ist.

6. Tag, Montag, 23. Januar: Geschenke und Briefe

Heute haben wir uns wieder zeitiges Aufstehen verordnet: ½ 7 Uhr Frühstück, 7 Uhr Aufbruch zum Schlachthof. Aber dann finden wir niemanden: keinen Metzger, keine Tiere, weder tote noch lebende. Charles entschädigt uns mit dem Besuch eines fast fertigen Lehrgartens für traditionelle medizinische Pflanzen.
Bei der Rückkehr halten wir uns am Gymnasium an, wo uns M.le Proviseur sehr herzlich begrüßt. Dann erste Bestürzung. Wir haben Briefe für Patenkinder mitgebracht, einige von ihnen sind in den Klassenlisten nicht zu finden. Doch dann löst sich (fast) alles in Wohlgefallen auf, denn unter den Adressaten sind Kleine, die noch die Grundschule besuchen! Dann machen wir Aufnahmen für die Paten. Die 50 kg Mathebücher, die Michèle Crocheton besorgt und Jean-Maurice Gardey aus Ormesson nach Brühl geschafft hat, werden begeistert aufgenommen. Sie reichen nicht für alle Schüler, wohl aber für jede der schon bestehenden Arbeitsgruppen.
Der etwas eingeschüchterte Schülersprecher Ousman Sawadogo stellt sich vor; er will Journalist werden und verspricht als Talentprobe einen Bericht und bringt am Nachmittag einen Dankesbrief. Wir besuchen die 10. und die 11., die beiden ältesten Klassen. Sie lernen Deutsch mit dem vom Förderverein angeschafften Lehrbuch "Ihr und Wir". Die beiden Mehrers bringen ihnen "Danket dem Herrn" bei, das sie am Ende sogar als Kanon singen.
Rasch geht es weiter. Wir besuchen die "Maison Ute Karow", in der heute Krankenpfleger untergebracht sind. Wohnungen bereitzustellen, ist in Afrika wohl unverzichtbar. Danach das Schneideratelier mit 13 Schülerinnen, aber nur drei Nähmaschinen. Die Delegation will zwei weitere spenden. Weiter geht es mit Geschenken zum Rektor der Grundschulen und am Ende des Vormittags zum Brunnen von Nabongo, dem Heimatdorf von Charles. Er lädt uns zur Mittagspause in seinen "Garten" ein: Schatten spendende Mangobäume am Rand eines ausgetrockneten Flussbetts. Charles fährt Essen holen. Wir warten und warten, reden etwas mit unseren Begleitern, dann kommen wir auf die Idee, mit den Kindern zu reden, die uns gefolgt sind. Bis auf zwei geht keines zur Schule! Sie müssen in der Regenzeit Kühe hüten und können kein Schulgeld bezahlen, wie eine zornige Mutter erklärt. Trotzdem gelingt es, sie zum Singen französischer Lieder zu animieren. Das zieht sogar die Mütter an. Sie mögen "Frère Jacques" und laden uns zum Dank zu ihren Tänzen ein.
Rückkehr nach Dourtenga, um 16 Uhr Sitzung mit dem Partnerschaftskomitee: Die örtlichen Vertreter stellen die Erfolge der Dorfentwicklung dar und danken Brühl herzlich für seine Hilfe. Zweiter Tagesordnungspunkt: der Bedarf: Unterstützung für die Schulen (ein Sekretariatsraum am Gymnasium, Wohnungen für Lehrer!), Ergänzung des Brunnennetzes und Räume für die Vereine, die Witwen z.B. und die Jugend. "Es wird schwierig", meint Dr. Göck, "vor allem, weil sich im laufenden Jahr der dänische Mitunterstützer Börne Fonden zurückzieht. Wenn aber die Förderung der Brunnen durch das Bundesministerium für Zusammenarbeit weitergeht, dann lässt sich zumindest die Wasserversorgung verbessern: Brühl bekommt 75% der genehmigten Kosten, d.h. einen Hebel, der den Wert seines Einsatzes auf das Vierfache steigert!
Am Abend: Höflichkeitsbesuch "seiner Majestät" Naaba Bulga. Wir haben den Eindruck, es geht ihm darum, einvernehmlich mit uns an einem Tisch zu sitzen. Das erscheint ihm wohl wichtiger, als tiefschürfend die Zukunft zu erörtern.

7. Tag, Dienstag, 24. Januar: Rückkehr in die Hauptstadt

Zur letzten Etappe treffen wir uns früh. Der Metzger hat sich für den Schlachthof angesagt, und den wollen wir in Aktion erleben. Eigentlich sollten wir um 8 Uhr dort sein. Um 9 Uhr kommt der Anruf, ein Rind und ein Schaf hängen fertig geschlachtet an den Haken. Wir zeigen dem Meister die Abflussrinne mit dem bröckeligen Beton, eigentlich ist es nur gestampfter Kies mit einem Glattstrich. Es wird uns versprochen, in Zukunft die Oberfläche feucht zu halten, damit die Rissbildung nicht weitergeht. Nächstes Jahr wird Frau Dvorak nachschauen.
Danach Geschenke zum Abschied. Wir haben zwar riesige Mengen an Büchern, Spielzeug und Nützlichem mitgebracht und die Verantwortlichen mit Brühler Hemden versorgt. Dennoch fahren wir nicht mit leeren Koffern heim. Die Freunde überreichen uns Landestracht. Das Beste, was für sie erschwinglich war. Wir danken bewegt. Es gibt auch Tränen. Joffroy, unser treuer "Bursche für alles", und Nestor, unser Koch, sind uns an Herz gewachsen. Auch von Martin, dem Freund Ralfs, trennen wir uns nur schwer.
Dann fährt Ismael los. Auf den Nationalstraßen fallen die vielen Toyotas auf. Zu ihnen gehört auch unser Jeep. Hat die Marke mit dem Stern etwas verschlafen? In der Stadt freilich ist sie besser vertreten. Dort angekommen, fahren wir sofort zu Charles' Schneider, der verspricht, uns bis morgen eine Schwarz- und eine Weißkopfnähmaschine Marke Singer zu besorgen. Sie sollen 160.000.- CFA kosten, keine 300.- €. Die jungen Schneiderinnen werden beste Lernbedingungen haben.
Am Abend sind wir bei Alain Nana eingeladen. In den vergangenen Jahren hat es mit der (unzureichenden) Qualität seiner Bauten einigen Ärger gegeben. Er holt uns ab, und wir sprechen über Fotos, die Renate Dvorak 2010 aufgenommen hat. Er möchte sie sehen, und wir übergeben sie ihm bei der Rückkehr ins Hotel.
Dazwischen liegt eine liebevoll zubereitete Abendmahlzeit und das Gespräch mit seiner Frau Jejeba. Sie ist Direktorin einer der 17 Goldminen des Landes, die bei den gegenwärtig hohen Marktpreisen guten Gewinn abwerfen. Werden sie rentabel bleiben, wenn er fällt? Madame zuckt die Achseln. Ihre Arbeiter werden aber nicht ins Bodenlose fallen. Als Hilfskräfte wurden sie eingestellt. Sie bekamen die Chance, sich weiterzubilden und zu qualifizieren - und haben sie genutzt. Als Mechaniker werden sie beim Aufbau ihres Landes helfen können.

8. Tag, Mittwoch, 25. Januar: Geschäfte und Gespräche

Charles Salouka hatte Eintrittskarten für einen Wildpark gekauft. Geschäfte und Gespräche gehen aber vor. Zuerst fahren wir zur BICIAB, der Bank Ousseni Seguedas, um mit seiner Hilfe einen Additionsfehler in der Abschlussrechnung des Brunnenbauers Foragesys korrigieren zu lassen. Das Ergebnis bekommen wir bis zum Abend, wird uns versprochen.
Inzwischen ist es 10 Uhr geworden. Der Park liegt 40 km vor der Hauptstadt. Der nächste Termin liegt auf 12 Uhr. Wir bleiben und nutzen die Zeit zu einem Besuch in der Zentrale der (Fast-) Staatspartei "Congrès pour la Démocratie et le Progrès, CDP ". Zwei junge Referenten, Absolventen der Universität Ouagadougou, stellen sich dem Gespräch. Sie kennen Europa gut genug, um unsere Fragen am Demokratiegehalt ihrer Landesverfassung zu verstehen, beschönigen aber nichts. Das 1960 unabhängig gewordene Burkina Faso lebt derzeit mit seiner 4. Verfassung. Blaise Compaoré, der Führer des Congrès, ist seit 1996 Staatspräsident. Nach seinen ersten sieben Jahren Amtszeit wurde 2005 der seine Wiederwahl regelnde Artikel 37 geändert. Zwei weitere Amtszeiten zu je 5 Jahren wurden nun ermöglicht. Bis 2015?
"Artikel 37 ist veränderbar", lautet die trockene Antwort.
Basis der Partei sind die Mitglieder, "militants" genannt, zu denen fast jeder zweite Bürger gehört. Da hat es die Opposition schwer, einen Fuß auf den Boden zu bekommen.
Die wirtschaftliche Zukunft Burkinas ist nicht rosig. Das wird eingeräumt. Aber die Regierung hat Ideen. Junge Akademiker, die nicht in den von allen angestrebten Staatsdienst und nicht in andere Anstellungen gelangen, erhalten Schulungen in Unternehmensgründung und -leitung. Wenn sie erfolgversprechende Businesspläne vorlegen, werden sie mit Krediten gestützt. Das klingt nach Reißbrett. Auch das findet Zustimmung. Aber Alternativen sieht man nicht. Die Bevölkerung wächst derzeit immer noch schneller als die Zahl der Arbeitsplätze. Da greift eine Regierung nach jedem Strohhalm.
Über das Gespräch sind wir in Zeitnot geraten. Für 12 Uhr hat uns der Sohn Dourtengas Gérard Segda, Präsident der Universität Koudougou, zu einem Abschiedsmahl eingeladen. Uns zu Ehren kommen noch der frühere Botschafter Burkinas in Deutschland, Xavier Niodogo mit Gattin, und unsere drei Freunde Felix und Tulba Segda sowie Ousseni Segueda. Wie magisch zieht uns die Entwicklung des Landes auch hier in ihren Bann. Das Beispiel der Goldminen, die Chancen einer besseren Ernährung, z.B. mit Früchten wie Erbsen, die den Boden mit Stickstoff anreichern. Im industriellen Sektor hingegen hindert die geringe Nachfragemacht Burkina daran, nach dem Beispiel Chinas Druck auf Lieferanten auszuüben. So verkauft China seine Produkte an die Burkinabè, ohne Arbeitsplätze zu schaffen. Das Land bleibt arm.
Um 3 Uhr sind wir im Hotel zurück, nachdem wir zuvor die zwei bestellten Nähmaschinen übernommen und bezahlt haben. Sie sollen bald nach Dourtenga gebracht werden.
Am Abend kommen die "Söhne Dourtengas" in die "Rose des Sables": die drei Vorstände, zwei ältere Mitglieder und 12 (!) Studenten. Sie vor allem tragen die Wünsche vor, die wir in der Sitzung des "Comité de Jumelage" schon gehört haben:
- ein selbst verwaltetes Jugendhaus in Dourtenga
- Kontakte zu gleichaltrigen Deutschen oder Gruppen, z.B. aus einem Fußballverein
- Studienförderung durch die Gemeinde Brühl.
Bürgermeister Göck antwortet freundlich, aber kategorisch:
- Aus eigener Erfahrung weiß er, dass die Leitung eines Jugendhauses für junge Menschen zu viel Verantwortung bedeutet. Er rät dringend ab.
- Die Kontaktsuche in Deutschland ist nicht leicht. Briefe werde er aber gerne weiterleiten.
- Eindeutig ist aber seine Ablehnung des dritten Wunsches. Unsere deutschen Eltern wollen Kindern in Dourtenga eine Grundbildung ermöglichen und nicht Studenten in Ouagadougou fördern .
Die Klarheit dieser Worte nimmt Tulba Segda erleichtert auf. Er dankt dem Bürgermeister für seine "Lektion". Ähnlich reagiert auch Charles Salouka am nächsten Morgen. Die Studenten haben ihn immer wieder persönlich bedrängt.
Drei "langfristige" Projekte der Vorstandsmitglieder nehmen wir zunächst nur zur Kenntnis:
- Ein Studienzentrum für das Lycée, das dank der erwarteten Elektrizität auch abends beleuchtet und von Jung und Alt genutzt werden kann.
- Ein mit einem Brunnen zu bewässerndes Stück Gartenland für die Trockenzeit. Dort sollen junge Bauern arbeiten, um sich weiterzuqualifizieren, anstatt bis zur nächsten Regenzeit in ein Nachbarland abzuwandern.
- Eine Berufsschule, aufbauend auf dem Collège, ist der dritte Gedanke. Für die Freunde ist sie nur vorstellbar als ein französisches "lycée technique". Dort wird die Beherrschung technischer Fähigkeiten vermittelt und durch Unterricht in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern, Mathematik und Allgemeinbildung ergänzt. Ähnliches hat auch Armand Abga in der Provinzhauptstadt Ouargaye geplant, als Privatschule mit Wohnmöglichkeiten für Schüler. Félix, Tulba und Ousseni haben aber noch weiter gedacht. Sie wollen auch "weibliche" Berufe einbeziehen: Verkauf, Bankwesen, Weben, Nähen, Färben und Herstellung von Lebensmitteln, z.B. Karité-Butter.
Den Vorstellungen unserer Delegation liegt zwar das Studienzentrum am Lycée am nächsten. Aber ausschließen wollen wir keines der drei Projekte.

9.und 10. Tag, Donnerstag und Freitag, 26.und 27. Januar: Nachhaltigkeit

Unser Abfahrtstag. Man denkt an relaxen, auslaufen lassen. Doch der Druck bleibt erhalten. Wir spüren ihn überall und bleiben dran. Um 9 Uhr sind wir von der 2. Sekretärin der Botschaft, Sandra Feuerherd, zu einem Erfahrungsaustausch eingeladen.
Der Beginn ist vorsichtig. Wir hätten gern mit dem Botschafter gesprochen und berichten von unseren bisherigen Projekten: Wasser, Gesundheit, Bildung. Aufmunterndes Nicken an der Stirnseite des Tischs. Dann sprechen wir von unserer Betroffenheit, von unserem Nähmaschinenkauf, den Mathebüchern aus Frankreich, die das Lycée noch weiter stärken werden. Schon heute ist es eine Art Bildungszentrum in der Provinz. Frau Feuerherd stimmt voll zu: "Beispielhaft". Ralf Göck erklärt weiter, Brühl sei eine nur kleine Gemeinde mit begrenzten Mitteln. Alle Projekte werden aber sorgfältig betreut und immer wieder überprüft. Frau Feuerherd bestärkt ihn: "Nachhaltigkeit das A und O der Entwicklung." Vollends gewinnen wir die (leider nur moralische) Unterstützung der Botschaft mit den drei Projekten der Söhne Dourtengas. Sandra Feuerherd applaudiert und gibt uns Adressen, die Kreditanstalt für Wiederaufbau z.B.
Dadurch angeregt will Charles wissen, ob die Botschaft selbst Aufbau betreibt. Tut sie, aber auf einer so kleinen Flamme, dass Dourtenga nur geringe Chancen auf Förderung hat.
Nächste Station ist das "Centre National des Arts et Métiers", ein Museum mit angegliederten Werkstätten. Wir entdecken, wie gut die traditionellen Techniken beherrscht werden. Dann holt uns Ismael zum Mittagessen ab. Constance Salouka und ihre Schwester Huguette haben uns eingeladen. In einer winzigen, niedlichen Wohnung haben sie ein landestypisches Mahl zubereitet. Uns schmeckt es "Lecker". Dann fahren wir zum Hotel, packen und bereiten uns auf den Abflug vor.
Um 6 Uhr holen uns Félix, Ousseni und Tulba ab, bringen uns zum Flughafen und bitten uns dort, nach der Abgabe unseres Gepäcks und der Passkontrolle wieder zu ihnen zu kommen.
Die Flughafenpolizei ist einverstanden. Was folgt, ist einer der fröhlichsten Augenblicke unserer zehn Tage: ein herzliches Abschiedsfest in einem Straßenrestaurant am Flughafen: eine große Platte saftiger Hähnchenteile, Rindfleischspießchen und etlichen Flaschen Bier und Wasser. Wir berichten den drei Vorständen vom Erfolg ihrer Ideen in der Botschaft und bekommen Grüße und Geschenke für die führenden Damen des Fördervereins mit. Am Ende müssen wir uns sogar beeilen, doch erst nach einem "Nehmt Abschied Brüder, ungewiss…", verschwindet der letzte von uns hinter der Absperrung.
Unsere riesige Air-France-A 330 fliegt zuerst nach Niamey, der Hauptstadt des Niger. Dort eine Dreiviertelstunde Wartezeit, in der einige Passagier aus-, aber noch mehr neue einsteigen. Inzwischen ist es halb eins Brühler Zeit (eine Stunde später als in Ouagadougou). Die Crew serviert ein Mitternachtsmahl, wie es nicht nur unsere Freunde in Frankreich schätzen. Die meisten Passagiere schlafen ein. Um dreiviertel vier erreichen wir die Mittelmeerküste:
"Au revoir, l'Afrique", um ½ 6 landen wir wieder auf dem Flughafen Charles de Gaulle. Dann haben wir wieder drei Stunden - fast afrikanischer - Wartezeit, bis uns ein kleiner Flieger nach Straßburg und das Dienstauto des Bürgermeisters nach Brühl bringt. Es ist kalt und nass in Deutschland.

Eine Bilanz

Was haben die 10 Tage gebracht?
Den Mitgliedern der Delegation afrikanische Wintertage, Sonne, Hitze und Staub. Doch die waren nur der Rahmen für viele herzliche Begegnungen mit lieben, "süßen" Kindern, ihren Eltern und Großeltern. Ihre Freundlichkeit und ihr Lächeln haben wir von Herzen gerne erwidert.
Die jungen Leute, allen voran Constance, Emmanuelle, Huguette, Karim haben uns durch ihren Aufbauwillen und ihre Durchsetzungskraft beeindruckt. Wir haben voll Respekt und Anerkennung mit ihnen gesprochen.
Zu den Menschen aus Dourtenga, denen praktisch noch niemand aus Brühl begegnet ist, gehörte zunächst Nikiema Alidou, der sehr kompetente Schulleiter des Lycée, dann die hoch qualifizierte Managerin Jejeba Nana, der kultivierte Botschafter Xavier Niodogo und der dynamische Bürgermeister Simon Compaoré.
Besonders am Herzen liegt uns aber, uns bei Charles Salouka und seinen freundlichen und fähigen Vorständen der "Söhne Dourtengas" Felix, Ousseni und Tulba zu danken. Sie stehen voll im beruflichen Alltag, leben in Ouagadougou und hatten trotzdem immer Zeit, Verständnis und Freundlichkeit für uns. Vielen Dank!. Kämpft weiter für die Zukunft Eurer Heimat. Für uns Brühler ist es eine Sache der Ehre, dabei an Eurer Seite zu stehen!



Reisebericht Januar 2010

Reisebericht Januar 2008

















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Aktualisiert am 27 Mrz 2017

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